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Integration durch Intuition und Imagination Gerhard Schmutz - Lutertalstrasse 98 - 3065 Bolligen - Tel. 031 921 01 26 - |
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aktualisiert:08.04.2012
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Unser Verstand, unsere Vernunft, unser Denken haben für unser Leben eine zentrale Bedeutung. Diese intellektuellen Fähigkeiten sind die eine Seite der Medaille, die andere Seite sind, zum Beispiel, Intuition, Gespür, Ahnungen, Unbewusstes, Träume, Kreativität, Erfahren der inneren Sinne. Diese andere Seite der Medaille versuchen wir in unseren Gruppen über rhythmisches Trommeln, Rasseln, Tanzen, Singen und andere Rituale zu beleben. Sie helfen unser Denken zu dämpfen, damit sich diese anderen Fähigkeiten besser entfalten können, die für das Gelingen unseres Lebens ebenso zentral sind wie der Intellekt. Die schamanische Reise bzw. die Trommelreise ist mit dem Geschehen während eines Traumes vergleichbar, allerdings ohne dass ich dabei schlafe. Ein Trommel- oder Rasselrhythmus begleitet mich während der ganzen Reise. Er hilft mir in den Bewusstseinszustand der Trance zu gelangen, aber genügend wach zu bleiben um die Reise bewusst erleben zu können. Vor der Reise formuliere ich eine Absicht, ein Anliegen, eine Frage in klar verständlicher Form. Die Reise beginnt und endet an einem mir bekannten Kraftort in der alltäglichen Wirklichkeit. In meiner Vorstellung gelange ich durch einen Tunnel hinunter in die untere Welt, wo mein Krafttier oder meine Krafttiere auf mich warten, um mir auf der Reise behilflich zu sein. In die obere Welt zu meinen Lehrern und Ratgebern gelange ich ebenfalls von einem Kraftort, von wo ich in meiner Vorstellung hinauf fliege bis zu einer Grenzschicht, hinter der die obere Welt beginnt, in der ich meinen Kraftwesen (Ahnen, weise Frauen oder Männer, Engel usw.) begegne. Das Christentum existiert seit zweitausend Jahren, die wissenschaftliche Psychologie ist weniger als zweihundertjährig, Menschen gab es aber schon vor zigtausend Jahren, Menschen wie wir, mit ähnlichen Fragen, die uns auch heute noch beschäftigen: woher komme ich, wozu bin ich hier, wohin gehe ich? Vor Jahrtausenden gab es keine Kirchen, die sich für diese Fragen zuständig fühlten, so dass die Menschen eigene Wege suchen mussten. So trommelten und tanzten sich auch unsere archaischen Urahnen in Trance, erlebten innere "Reisen", riefen Geister als Verbündete und erlebten selber die alles beseelende Schöpfer- und Heilkraft unseres Kosmos. Einzelne konnten das vielleicht besser als andere, sei es aufgrund ihrer lebensgeschichtlichen Erfahrungen oder einer besonderen Fähigkeit, und übernahmen deshalb das "Amt" der Schamanin, des Schamanen einer zusammen lebenden Menschengruppe. Vor allem in Zeiten von Not oder existenziellen Krisen unternahmen sie Reisen in eine andere Welt, in die nichtalltägliche Wirklichkeit zu geistigen Helfern, etwa Krafttieren und verstorbenen Ahnen, um Rat für ihre Gemeinschaft zu holen, um Not und Krisen besser überwinden zu können. Ein Ziel von schamanisch Interessierten ist es, diese Fähigkeiten, die im Laufe der Zeit durch Verwissenschaftlichung, Dogmatisierung und Kollektivierung des Lebens verschüttet wurden, neu zu erfahren und für unser persönliches Leben zu nutzen. Ein Mensch vollzieht im Zuge seiner Entfaltung vom Säugling zum erwachsenen Menschen die Entwicklung der Menschheit nach. Er folgt der Spur, welche vor ihm die Menschheit gegangen ist. Sein Ichbewusstsein durchschreitet die gleichen Stadien, welche innerhalb der Menschheit die Entwicklung des Bewusstseins bestimmt haben. Im Verlauf des Wachstums werden Fähigkeiten erworben, aber auch verloren. Wer je einem Kind beim Spielen zugeschaut hat, wie es mit seiner blühenden Phantasie simple Objekte verwandelt, mag erahnen, dass der Mensch während seines Wachstums nicht nur gewinnt, sondern auch verliert. Ist es nicht verlockend, von diesen Verlusten wieder etwas zurück zu gewinnen? Der schamanisch Interessierte versucht verschüttete oder wenig geschulte Fähigkeiten zu beleben, um einen eigenen Beitrag für ein Leben in Harmonie mit den materiellen und geistigen Gesetzen der Natur und des Kosmos zu leisten. Durch das Praktizieren von schamanischen Ritualen erfährt er deren harmonisierende Heilkraft. Der vorstehende Text stützt sich unter anderem auf die Publikationen "Michael Harner: Der Weg des Schamanen", "Carlo Zumstein: Schamanismus und "Tom Cowan: Schamanismus, eine Einführung in die tägliche Praxis" |