Von September 2016 bis Oktober 2026 haben sich jeden Mittwochmorgen Bewohnerinnen und selten mal Bewohner im Erzählcafé im Altersheim «Im Fahr» in Brügg bei Biel getroffen und Erinnerungen ausgetauscht, angeregt von Bildern oder Gegenständen ab den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Das eine Wort gab das nächste. Wer glaubte, sich gar nicht erinnern zu können, erlebte, wie ihm die Erinnerungen plötzlich zufielen, wie der Alltag als Kind wieder lebendig wurde, angestossen durch die Schilderungen der anderen Erzählenden. Es öffneten sich Welten.
Sie geben Schätze frei aus früheren Zeiten - die Lebensbilder. Sie sind lustig, traurig, nachdenklich stimmend, überraschend.
Vielleicht stimmt nicht alles, was erzählt wurde, ist historisch gesehen nicht ganz korrekt. Jeder Mensch erinnert sich anders.
Mehrmals im Jahr sind aus dem Erzählten Texte entstanden, welche im Heim auf grossformatigen Bogen in grosser Schrift ausgestellt worden sind. Zugleich sind sie in erweiterter Form in Heften zu lesen, welche immer noch gerne in die Hand genommen werden. Eine Frau hat gesagt: «Erst jetzt, wo wir über diese Sachen reden, habe ich begonnen, über mein Leben nachzudenken.»
Ein ganz herzliches Dankeschön gebührt den Frauen und Männern, die freimütig aus ihrem Leben erzählt haben. Nur dank ihnen sind lebendige Bilder einer Zeit entstanden, die so anders war als die heutige.
Bild (privat): Grosseltern Thierstein-Krähenbühl in Oberdorf/SO in den Dreissigerjahren